Mini Transat La Boulangère 2025 – Maxi-Erfolg für Schweizer Mini-Segler

Nicht nur Justine Mettraux oder Alan Roura halten die Fahne des Schweizer Segelsports hoch. Im Kielwasser der beiden Genfer Segler hat eine neue Generation von Seglern bei der Mini Transat 2025 ihre Bugspitzen gezeigt. In Guadeloupe wurde die erste Flagge am Ehrenmast der Marina von Saint-François gehisst, um die Leistung von Mathis Bourgnon zu würdigen.

Der aus La Chaux-de-Fonds stammende Lausanner hat sich zusammen mit seinem Vater Yvan in die Liste der Legenden eingereiht. «Dreissig Jahre später gewinnt ein weiterer Bourgnon die Mini, vive la Suisse!», ruft der glückliche Einhandsegler, der nach 13 Tagen, 18 Stunden und 24 Minuten als Sieger die Ziellinie überquerte.

v.l.n.r.: Mathis Bourgnon (Assomast), 1. Rang Proto | Joshua Schopfer (Mingulay), 5. Rang Serie

Mitten in der karibischen Nacht, am Samstag, dem 8. November, machte Mathis seinen Prototyp Assomast am Steg fest. Vor Glück berauscht und «ganz zitternd» fiel er seiner Mutter Florence und seinem Vater Yvan in die Arme. Der Champagnerkorken knallte, und der Segler spendierte seinem Boot, das «im Garten meines Vaters in der Nähe von La Trinitésur-Mer so gut vorbereitet worden war», einen kräftigen Schluck.

«Ich hatte ein Problem mit einem Ruder, das nur noch an einem Faden hing, und ich hatte keinen mittleren Spinnaker. Aber abgesehen davon konnte ich das gesamte Potenzial dieses Bootes ausschöpfen, das nicht das neueste war.» Um sich bei der Transat, einem Einhandrennen ohne Hilfe von aussen, ohne Bordcomputer und ohne Telefon, durchzusetzen, muss man ein ausgeprägtes Gespür für Wetterphänomene haben. Man muss auch den Seemannssinn besitzen, der grosse Seeleute auszeichnet.

«Ich habe einen ungewöhnlichen Werdegang», berichtet Mathis Bourgnon. «Ich bin bei meiner Mutter aufgewachsen und habe erst mit 17 Jahren mit dem Segeln begonnen. Natürlich mit meinem Vater. Er hat mich auf etwas verrückte Abenteuer mit einem Sportkatamaran mitgenommen. Das war ultraleichtes und sehr anspruchsvolles Segeln. Mit 19 nahm ich an meiner ersten Regatta teil, und neun Jahre später bin ich Sieger der Mini Transat, ohne jemals einen Segelkurs oder ein Offshore-Regattacenter besucht zu haben. Das ist fast schon eine Anomalie, oder?»

Joshua Schopfer (Mingulay), 5. Rang Serie

Nein. Seit mehreren Jahrzehnten und den Erfolgen von Pierre Fehlmann bei der Whitbread hat die Schweiz immer wieder bewiesen, dass sie hervorragende Segler hervorbringen kann. In diesem Jahr waren sieben Schweizer bei der Mini Transat am Start. Eine Krönung nach zwei Jahren Arbeit, (finanziellen) Opfern, Vorbereitung und Qualifikation. Einige Stunden nach Mathis belegte der Aargauer Felix Oberlé, der für seine Leistungen an der letzten Mini-Transat zum Schweizer Segler des Jahres 2025 gekürt wurde, einen hervorragenden 6. Platz in der Kategorie Prototypen. Durch grosse Probleme mit dem Steuer und dem Bugspriet gebremst, konnte er nicht ganz vorne mitsegeln, um mit Mathis auf das Podium zu klettern. Aber seine Widerstandsfähigkeit hat Eindruck hinterlassen, und der diplomierte Ingenieur der EPFL hat eine vielversprechende Segelkarriere vor sich.

v.l.n.r.: Felix Oberle (Big Bounce-Beltrona), 6. Proto | Cyril Coulot (Groupe Verpack), 50. Rang Serie | Benoît Alt (Hader Solutions), 18. Rang Proto

Das Gleiche gilt für Joshua Schopfer, der in der Gesamtwertung den 5. Platz belegte (von 57 Teilnehmern in dieser Kategorie). Der Genfer vom SNG musste in den letzten drei Tagen aufgrund eines Problems mit dem Vorstag langsamer fahren. Sonst hätte er den 2. Platz, den er über eine Woche lang inne hatte, sicher erreicht. Mit offenen Armen empfing er Alicia Pfyffer von Altishofen, die den 10. Platz und damit den ersten Platz bei den Frauen belegte. Auch sie ist Mitglied des SNG und hat als begeisterte Reisende einen bemerkenswerten Einstieg in die Welt des Segelsports geschafft. Dies unterstreicht einmal mehr das hervorragende Gesamtergebnis der Schweiz, die vier Boote in den Top 10 platzieren konnte und deren sieben Segler ihren Traum verwirklicht haben.

v.l.n.r.: Alicia Pfyffer Von Altishofen (Wallabys), 10. Rang Serie | Nicolas Schmidt (Mantay), 46. Rang Serie

Die Happy-Bourgnon-Familie

EINMAL HIN UND ZURÜCK

Mathys Bourgnon legte dann noch einen drauf. Noch als die letzten Teilnehmer (z.T. mit Notrigg) unterwegs waren, warf er die Leinen los und lenkte seinen Bug nach Osten. Solo und mitten im Winter segelte er über den Atlantik zurück, obwohl sich ein grosses Sturmtief ankündigte. Er schaffte es noch rechtzeitig vor den ganz grossen Winterstürmen auf die Azoren.

T: Grégoire Surdez
F: Jean-Guy Python

minitransat.fr

Die Schweizer Mini-Segler beim (ersten) Start der Mini Transat La Boulangère in Les Sables-d’Olonne: Cyril Coulot (Groupe Verpack), Nicolas Schmidt (Mantay), Felix Oberle (Big Bounce-Beltrona), Alicia Pfyffer von Altishofen (Wallabys), Mathis Bourgnon (Assomast), Joshua Schopfer (Mingulay) und Benoît Alt (Hader Solutions).

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