Bruno Troublé – Le Coup de la Cup

Der America’s Cup war nie nur eine Regatta. Er war ein ganzes System aus Gewohnheiten, Machtansprüchen und ungeschriebenen Regeln, die selten schriftlich fest-, aber strikt eingehalten wurden. Einer, der die Entwicklung geprägt und damit der Cup-Geschichte seinen Stempel aufgedrückt hat, ist Bruno Troublé. Zuerst als AC-Skipper, dann als Erfinder des Louis Vuitton Cups, dann als Organisator von AC-Events und anderen Highlights.

Mit Bruno langweilt man sich nie. Er ist ein offener, freundlicher und humorvoller Zeitgenosse, voller Ideen und Projekte. Zum Glück hat er letztes Jahr ein Buch über sein schillerndes Leben geschrieben. Das Buch heisst «Pas une minute à perdre !» (Keine Minute zu verlieren!) oder abgekürzt «Pumap», sein Spitzname seit jeher. Es ist ein süffig zu lesendes Buch, gespickt mit Anekdoten, Geschichten und Bekanntschaften aus seinem ereignisreichen Leben. Bruno ist eine Legende des Segelsports. Baron Bich, der die französischen AC-Yachten finanzierte, erkor ihn zum Lieblingsskipper. Später wurde «Mister Trouble» selbst zum Regattaveranstalter. Er hat insbesondere den Louis-Vuitton-Cup ins Leben gerufen, das Ausscheidungsrennen für den America’s Cup. Insgesamt war Troublé 45 Jahre lang für den Auld Mug in verschiedenen Funktionen tätig.

1987 Freemantle: Bruno, Pressesprecher, präsentiert ein Hemd mit doppelter Staatsangehörigkeit, um seine Neutralität zwischen Neuseeländern und Amerikanern beim Finale des LV Cup zu beweisen.

EIN WETTBEWERB, DER SICH SELBST GENÜGTE

Über ein Jahrhundert lang lebte der America’s Cup von seiner eigenen Geschichte. Der Titelverteidiger legte die Bedingungen fest, die Herausforderer passten sich daran an. Sportlich war das oft beeindruckend, strukturell jedoch fragil. Um ihn zu verstehen, musste man weniger schnell segeln, als zuerst lesen können: Verträge, Protokolle, Persönlichkeiten. Bruno Troublé gehörte zu denen, die diese versteckte Grammatik des Cups sehr früh verstanden und daraus Konsequenzen zogen. Der ehemalige verteidigende Skipper Dennis Conner fasste diese Phase später so zusammen:

Diese Verteidigungslogik machte den Cup traditionsreich, aber auch langsam. Er reagierte nur zögerlich auf Entwicklungen, die andere Sportarten längst vollzogen hatten: Professionalisierung, Kommerzialisierung, Transparenz. Für die internationalen Teams bedeutete dies Unsicherheit. Für die Sponsoren war der Cup schwer kalkulierbar. Und für die Öffentlichkeit blieb er ein Ereignis für wenige Eingeweihte. Bruno Troublé ging dieses System nicht als externer Reformer an, sondern als Teil davon. Als aktiver Segler und Skipper bewegte er sich in denselben Kreisen wie Ted Turner, Marc Pajot oder später Peter Blake, Persönlichkeiten, die den Cup nicht romantisierten, sondern als Projekt betrachteten.
Als Australien Anfang der 1980er Jahre begann, den Cup ernsthaft herauszufordern, wurde das alte Gleichgewicht erschüttert. Alan Bond, der das Projekt Australia II mit enormen finanziellen Mitteln vorantrieb, formulierte diese Realität mit seiner üblichen Offenheit: «Wenn man den America’s Cup gewinnen will, muss man ihn zuerst kaufen.» Mit dem Sieg entzauberte…

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T: Stefan Detjen
F: Jürg Kaufmann/Julien Baudry/Mystic Seaport

Bild links: Die Eleganz des Steuermanns an Bord der Ranger im Jahr 1937! (© Mystic Seaport, Rosenfeld Collection, Mystic, CT, USA, #69413)

Bild rechts: Das 150-jährige Jubiläum des America’s Cup in Cowes im Jahr 2001, das dank der Hilfe von Bruno organisiert wurde, wird in die Annalen eingehen.

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