Wenn über die Dominanz von Emirates Team New Zealand im America’s Cup gesprochen wird, richten sich die Blicke meist auf die Foiling-Yachten, die revolutionäre Technologie und die Spitzenssegler. Doch hinter jedem Sieg steht ein Netzwerk von Persönlichkeiten, die sich zu einem erfolgreichen Team fügen. Die Geschichte von Emirates Team New Zealand ist vor allem die Geschichte von Menschen – von Visionären, Strategen, Machern und Talenten. Im Zentrum stehen fünf Persönlichkeiten, die unterschiedlicher kaum sein könnten und gerade deshalb ein aussergewöhnliches Erfolgsmodell bilden.


DER MANN, DER NIEMALS AUFGIBT.
GRANT DALTON
Der ehemalige Hochseesegler verkörpert den kompromisslosen Wettbewerbsgeist, der das Team seit mehr als zwei Jahrzehnten prägt. Als Dalton nach den schwierigen Jahren Anfang der 2000er die Führung übernahm, befand sich das Team an einem kritischen Punkt. Viele hätten nach den Rückschlägen resigniert. Dalton tat das Gegenteil. Er schuf eine Kultur, die Innovation, Risikobereitschaft und Leistungswillen konsequent in den Mittelpunkt stellte. Unter seiner Führung entwickelte sich Emirates Team New Zealand vom Herausforderer wieder zum Massstab des America’s Cup. Der Triumph von Bermuda 2017, die erfolgreiche Titelverteidigung in Auckland 2021 und der erneute Erfolg 2024 in Barcelona tragen seine Handschrift.
Dalton denkt nicht in Regatten, sondern in Zyklen. Er betrachtet den America’s Cup als langfristiges Innovationsprojekt, bei dem technische Entwicklung, Teamkultur und wirtschaftliche Stabilität gleichwertige Erfolgsfaktoren sind. Daltons grösste Stärke? Seine Entschlossenheit – und damit zugleich seine breiteste Angriffsfläche für Kritiker. Sie werfen dem CEO seit Jahren einen teilweise kompromisslosen Führungsstil vor. Entscheidungen werden oft zentral getroffen, und nicht jeder ehemalige Teamkollege empfand seine Art als einfach. In den neuseeländischen Medien wird Dalton teils sogar aggressiv dargestellt. Die Journalisten scheuen sich nicht, seine polarisierende Art und seine rücksichtslose Führungsstil schonungslos anzuprangern. Schlagzeilen wie „Dalton, der Tyrann vom Hafen“ oder „Grants Gnadenlosigkeit treibt Mitarbeiter in den Wahnsinn“ sind keine Seltenheit.
Auch seine Rolle bei der Vermarktung und Austragung des America’s Cup sorgt immer wieder für Diskussionen. Die Verlegung des Cups von Auckland nach Barcelona und nach Neapel wurde in Neuseeland von vielen Fans und Politikern kritisch gesehen. Für die einen war es wirtschaftlich notwendig, für die anderen ein Bruch mit den Wurzeln des Teams.


DER STILLE ARCHITEKT.
KEVIN SHOEBRIDGE
Wo Dalton die Richtung vorgibt, sorgt Kevin Shoebridge dafür, dass aus Vision Realität wird. Der Chief Operating Officer gehört seit Jahrzehnten zum engsten Kern des Teams und gilt intern als einer der wichtigsten Integratoren. Während viele America’s- Cup-Kampagnen an internen Reibungsverlusten scheitern, ist es Shoebridges besondere Stärke, Designer, Ingenieure, Bootsbauer und Segler auf ein gemeinsames Ziel auszurichten. Seine Arbeit bleibt meist ausserhalb der Schlagzeilen. Doch genau darin liegt die Effizienz. Er koordiniert Entwicklungsprozesse, steuert Ressourcen und sorgt dafür, dass die komplexen Projekte eines America’s-Cup-Teams termingerecht und effizient umgesetzt werden. Get the job done – das Motto von Shoebridge funktioniert seit Jahrzehnten, auch ohne Rampenlicht. Er war immer der zuverlässige Watch Captain, zuerst bei Peter Blake (Lion New Zealand, Steinlager 2), danach bei Grant Dalton auf NZ Endeavour und Merit Cup. „Shoebie“ bestreitet derzeit…
Weiterlesen? Entweder PDF im Shop herunterladen oder am besten gleich ein Abo bestellen.
T: Stefan Detjen
F: EMIRATES TEAM NEW ZEALAND
emirates-team-new-zealand.americascup.com


