Rolex TP52 Super Series Weltmeisterschaft – Pure Racing, Pure Passion

Die weltweit führende Grand Prix Regattaserie für Monohulls – so lautet die Eigendefinition der TP52 Superseries. Wave durfte auf Einladung der Rennserie und Sponsor Palm Beach nach Porto Cervo reisen, um sich selbst ein Bild des Events zu machen. Und nicht nur das. Als 13. Mann war der Schreibende selbst an Bord des Newcomers Trinity Racing aus Schweden.

«Kill 7, 6, 5…»

… Taktiker Ed Baird zählt mit ruhiger Stimme den Countdown bis zum Start. Wir sind zu nah an der Startline, Skipper und Eigner Joakim Sundberg versucht, seine TP52 etwas zu bremsen. Aber der Racer ist für Speed gemacht und selbst bei der kleinen Brise über dem Regattafeld ist er so schwer zu zügeln wie ein nervöses Rennpferd. Was die Sache noch komplizierter macht: wir sind nicht allein. Andere Konkurrenten haben die gleiche Absicht, möglichst nah am Startschiff ins Rennen zu gehen. Von rechts prescht das französische Team Paprec heran, mit dem sonst so netten Loïc Peyron ist im Regattamodus auch nicht zu spassen.

«…4, 3, 2, 1, Start!»

Sundberg kann seiner Botin-Rennyacht endlich freien Lauf lassen. Die Trimmer an den Coffeegrindern holen die Segel dicht und los geht die wilde Jagd. Wie die restliche Crew will ich mich über Bord hängen, aber ich werde zurückgepfiffen. Als 13. Mann darf ich mich nicht an den Manövern beteiligen, auch nicht als Ballast. Dabei wären meine 100 Kilo doch ideal für mehr aufrichtenden Effekt. Nach nicht mal einer halben Meile fallen alle Yachten ab, halsen und kehren hinter die Startlinie zurück. Es ist der Practice Race Day vor der anderntags beginnenden Weltmeisterschaft der Klasse. Vier bis fünf Startprozeduren stehen auf dem Programm plus eine ganze Regatta am Schluss. Team Trinity segelt unter schwedischer Flagge und ist neu im TP52-Rennzirkus. Diese Probestarts und -regatten sind deshalb enorm wichtig, um vor der WM die Manöver zu perfektionieren. Die Starts sind deshalb zentral, weil die Boote fast identisch schnell, die Crews gleich hochkarätig und die Taktiken meist gleich sind.

Corinthian Style Sailing

Ein Merkmal dieser Rennserie: hier stehen die Eigner selbst am Steuer. Der junge schwedische Eigner Joakim macht dabei keine Ausnahme. Er ist eines der kleinsten Crewmitglieder und als ich an Bord kam, musste ich erst einen Grinder fragen, wer der Eigner ist. Sundberg sitzt konzentriert vor seinem MacBook, sein Pokerface verdeckt von einer grossen verspiegelten Sonnenbrille. Er ist ein erfolgreicher Tech-Unternehmer und Mitbegründer von Baffin Bay Networks. Die Cybersicherheitsfirma wurde von Mastercard übernommen und Sundberg hat jetzt genug Kleingeld und Zeit für seine seglerische Mission. Die nächsten fünf Jahre will er darauf verwenden, in der Super-Serie so weit wie möglich nach oben zu kommen. Dabei geht es ihm weniger um sein persönliches Ego, sondern Sundbergs Vision ist ein mehrheitlich schwedisches Team, dass jungen Seglern den Einstieg ins professionelle Wettkampfsegeln bietet.

Seine eigene Segelerfahrung beschränkte sich anfangs aufs Cruisen mit der Familie: «Ich habe kaum Regattaerfahrung. Ich mache das erst seit ein paar Jahren und habe mit einer VX One Design angefangen, was super viel Spass gemacht hat – sie war sehr schnell und gross genug, damit meine Kinder und ich gemeinsam damit anfangen konnten. Ich werde weiterhin mit ihnen an Regatten teilnehmen.» Dann folgte der Kauf einer Melges IC37, um erste Erfahrungen zu sammeln. Sundberg erklärt: «Nachdem wir ein wenig auf der IC37 gesegelt waren, die Leistung gespürt und das Layout des Bootes geliebt hatten, war es definitiv das perfekte erste Boot für uns. Doch schon bald schauten wir uns nach einem grösseren Boot um, und die TP52 war eine Option, die wir in Betracht zogen. Sie ist nicht nur eine grossartige Yacht, sondern mich hat auch diese Rennserie angezogen, weil sie gut organisiert ist, an attraktiven Orten stattfindet und eine hochkarätige Flotte von Seglern und Eignern aufbietet, die nur ein Ziel kennen: gute Ergebnisse erzielen.»

Sundbergs neue TP52 wurde nach einem Botín-Entwurf bei King Marine in Valencia gebaut, mit der gleichen Rumpfform wie Platoon Aviation und Alegre. «Wir haben uns zuerst nach gebrauchten Booten umgesehen, aber der Markt ist winzig – zu viele Interessenten und zu wenige Boote. Deshalb…

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T: Stefan Detjen
F: Nico Martinez

yccs.it

rolex.com

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