GYC Interclub Ski Yachting – Von der Piste in den Pool

Segeln und Skifahren stehen nur selten gemeinsam im Mittelpunkt. Doch seit nunmehr 25 Jahren verbindet das GY C Interclub Ski Yachting in Gstaad beides in origineller Form und bringt Segler führender Yachtclubs zu einer einzigartigen alpinen Kombi-Regatta zusammen.

Der Gstaad Yacht Club ist ja an und für sich bereits ein Unikum. Nicht nur, weil er das Paradoxon eines exklusiven Segelclubs mitten in den Schweizer Alpen ohne direkten Zugang zu einem See oder Meer verkörpert. Der Club versteht es auch immer wieder, sich mit besonderen Events in Szene zu setzen. Neben der Centenary Trophy in Saint-Tropez, wo klassische Yachten mit Mindestalter 100 gegeneinander antreten, sind die Gstaader wahre Meister, interessante Kombinationen mit Segeln zu kreieren. Neben Golf & Yachting, Rally & Yachting feierte die Kombo aus Ski & Yachting dieses Jahr ihr 25. Jubiläum. Die Formel ist einfach: jeder teilnehmende Club stellt ein Team zusammen, das sich in Riesenslalom und Regatta mit den anderen messen muss. Der Clou bei der Regatta: mangels See oder Meer weicht man in Gstaad ins Hallenbad aus.

SNOW IS ONLY FROZEN WATER

Skipper auf Skis? Kein Problem. Viele der prominenten französischen Offshore-Segler sind auch passionierte Skifahrer. Franck Cammas (Gewinner der Jules Verne Trophy und des Volvo Ocean Race) ist bekannt für seine Liebe zum Skifahren und Skitourengehen in den Alpen, was er oft als Teil seines physischen Trainings nutzt. Der Vendée-Globe-Sieger von 2016/17 Armel Le Cléac’h ist ein begeisterter Skifahrer. Er nutzt die Wintermonate regelmässig für Aufenthalte in den Bergen, um sich abseits des Wassers fit zu halten. Der mehrfache Vendée-Globe-Teilnehmer und Skipper grosser Trimarane Sébastien Josse wuchs in der Nähe der Berge auf und ist ein exzellenter Skifahrer. Bekannt für seine Rekordfahrten um die Welt, ist Thomas Coville ein Anhänger von Outdoor-Sportarten in den Bergen, um die mentale Härte für seine Solo-Weltumsegelungen zu trainieren. Und Marie Tabarly nennt im Winter Chamonix ihre zweite Heimat. Dort geniesst die Topseglerin und Pferdeflüsterin Freeriding und Snowkiting.

Das Interclub Ski Yachting 2026 begann traditionell mit dem Skirennen auf dem Eggli. Unter klarem Alpenhimmel traten 12 Teams zur Pistenchallenge an. Hier gewinnt nicht die schnellste, sondern die konstanteste Leistung. Bei diesem Gleichmässigkeitsrennen muss in zwei Läufen die Zeit aus dem ersten Lauf möglichst genau wiederholt werden. Die alpine Disziplin wurde anschliessend mit einem Kuhmelk-Wettbewerb ergänzt, wo die Aufgabe darin bestand, einer Kunstkuh möglichst viel Milch aus dem Euter zu kneten. Nach diesen sportlichen Performanceleistungen folgte ein bunter und festlicher Abend mit Jodeln und Kuhglocken. Die Rangliste des Tages wurde angeführt vom Team der Royal Yacht Squadron, gefolgt vom GYC Smokey Team und der Star Fleet Basel.

AROUND THE BUOYS

Der folgende Tag verband eine Neuheit mit Segeln. Zum zweiten Mal in Folge organisierten der Gstaad Yacht Club und die Royal Yacht Squadron ein Geschwindigkeits-Skirennen, das gleichzeitig als Qualifikation für die prestigeträchtige Castle Trophy im Mai in Cowes auf der Isle of Wight dient. Lokalmatadorin Patricia Matti (GYC Team Smokey) war die Schnellste, gefolgt von Ben Stähelin (SFB) und Chris Wright (Royal Yacht Squadron). Für den anschliessenden Segelwettbewerb verlagerten sich die Teilnehmer ins Hallenbad von Gstaad, wo grosse Ventilatoren für genügend Wind über dem halbolympischen Pool sorgten. Hier traten die Teams mit Modellbooten des Typs Dragon Force 65 gegeneinander an. Die kleineren Boote ermöglichten es, dass vier Mannschaften gleichzeitig segeln konnten.

Das Fleetrace ist ein schnelles und zugängliches Format, das sich als grosser Erfolg im Hallenbad erwies. Am Ende setzte sich das Team der Star Fleet Basel (Felix Spiegel, Beat Sauter, Benjamin Stähelin und sein Cousin Mathis Bourgnon) durch und gewann die 25. Ausgabe der Veranstaltung. Den zweiten Platz belegte das Royal Yacht Squadron Team (Chris Cecil Wright und Ed Carrell), während das Zürcher Yacht Club Team (Jürg Ammann, Robert Hürlimann, Tiare Hürlimann und Monique Echtermeyer) den dritten Platz erreichte. Den Abschluss bildete die Preisverleihung im Clubhaus des Gstaad Yacht Club, wo Teilnehmer und Gäste die Jubiläumsausgabe bei einem festlichen und später ausgelassenen Abendessen feierten.

Während des Abends erinnerte Ehren-Präsident Peter Erzberger an die Anfänge der Veranstaltung vor 25 Jahren, als der verstorbene GYC-Commodore George Nicholson, seinen Bruder und damaligen Commodore des Royal Yacht Squadron Peter Nicholson, herausforderte, in Gstaad auf dem Wasser gegeneinander anzutreten. Was als freundschaftliche Herausforderung begann, entwickelte sich…

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T: Stefan Detjen
F: GYC / Sebastian Devenish

gstaadyachtclub.com

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