Jeanneau TH 38 – TWIN WIN

Die Jeanneau TH 38 ist ein moderner Power Cat, der Raumkomfort und sichere Seetauglichkeit mit einem Dayboat/Cruiser Konzept verbindet. Auf der Testfahrt zeigte die TH 38 ihre Stärken: sehr gute Stabilität, grosse, modulare Aussenflächen und ein Fahrverhalten, das zugleich komfortabel und souverän wirkt.

Der erste Eindruck? Hier wurden alle Register gezogen! Und das mit Erfolg. Einen Game Changer wollte Jeanneau lancieren – und das auf einem Gesamtmarkt, wo die Dynamik in den letzten Jahre schmerzlich vermisst wurde. Das könnte sich mit der TH 38 ändern. TH steht für Twin Hull und Jeanneau setzt auf die stetig wachsende Popularität von Katamaranen. Die Entscheidung für die Projektdesigner war schon ein erster Schritt in die richtige Richtung. Marc Lombard Design hat die schnellen und trotzdem stabilen Rümpfe mit zwei Airsteps entworfen und Camillo Garroni kreierte ein erstaunliches Raumwunder an klar strukturierten Zonen dazu. Ganze 15 Quadratmeter Deckfläche bieten Platz für maximal 14 Personen (Kat. C). Wo will man die kostbare Zeit auf dem Wasser verbringen? Die Loungezone der Bowrider-Sektion wird die Mutigen einladen, bei aufregender Fahrt in der ersten Reihe zu sitzen. Andere schauen vielleicht lieber geschützt hinter der Windschutzscheibe dem Skipper bei der Arbeit zu. Dann bitte auf der Doppelbank links vom Mittelgang Platz nehmen. Die achterliche Lounge glänzt mit variabler Möglichkeit, den Cockpittisch zusammen oder getrennt zu verschieben. Unter Deck überraschen zwei identische Doppelkabinen, die dank den tiefen Rümpfen mehr Platz bieten, als man von aussen erahnen könnte.

BEGEISTERUNG AN BORD

Bei einem Motorboot sucht man richtigerweise nach viel Fahrspass. Und den bietet die TH 38 in jeder Form. Schon beim Ablegen auf engem Raum kommt Freude auf. Die beiden blubbernden Mercury V10 Verado 350 Motoren schieben den Kat dank Joystick-Steuerung ganz elegant und souverän auch aus der engsten Lücke hinaus. Draussen dann überzeugt das Boot durch seine konstruktionsbedingte Stabilität, sei es auf Geradeaus- oder Kurvenfahrt. Anders als ein Monohull legt sich der Power Cat nicht in die Kurve, sondern bleibt flach und stabil. Der Effekt ähnelt dem Gefühl wie beim Go-Kart-Fahren. Die Einmeterwellen am Testtag schneiden die beiden Rümpfe wie Butter, weiches Eintauchen, kein Hämmern aufs Wasser. Das lässt mich mutig die Geschwindigkeit weiter steigern. Der Übergang in die Gleitphase ist sanft und der Cat in seinem Element. Er kann mit Speed sehr gut umgehen, Kurven fahren sich selbst bei 26 Knoten wie auf den vielzitierten Schienen. Dann Hebel auf den Tisch und geniessen. Bei 32,1 Knoten ist erstmal Schluss. Schaltet man jedoch den automatischen Trimm aus und macht das manuell, kann man noch etwas mehr herauskitzeln. Die TH 38 bleibt schön flach im Wasser und steigt nur wenig auf. 33,5 Knoten – wir sausen mit den Wellen über das Wasser wie auf einem fliegenden Teppich, jedoch absolut sicher und komfortabel, also eher wie Cruisen im Cadillac-Style. Die Vibrationen bleiben moderat, der Geräuschpegel im Salon absolut annehmbar. Mir gefällt das direkte, neutrale Lenkverhalten am ergonomischen Steuerstand mit guter Sicht. Angenehm ist auch die solide Steifigkeit. In einer Multihull-Konstruktion steckt eben naturgemäss mehr verbautes Material. Das erhöht zwar den Preis, sorgt aber für das einmalig sichere Fahrgefühl. Ein Blick auf die Instrumente zeigt…

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T: Stefan Detjen
F: Jeanneau
jeanneau.ch

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